Kleeblätter 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht zur öffentlichen Mitgliederversammlung vom 21.03.2019

Ortsverein

Gesundheitsversorgung in und für Mettingen

Der Mettinger SPD - Vorsitzende Sebastian Brandmann, selbst im Bereich der Pflege tätig, begrüßte neben den SPD Mitgliedern und interessierten Gästen insbesondere die Referenten, Norbert Hartmann, Hausarzt und Internist, Laura Lohbrunner, Medizinstudentin und zur Zeit im Rahmen einer Famulatur in Mettinger Arztpraxen tätig.
Des weiteren begrüßte er Mettingens stellvertretenden Bürgermeister Udo Janning, beruflich ebenfalls im Bereich der Gesundheitsversorgung tätig und an diesem Abend für eine sehr lebhafte Darstellung des gesamten Pflegebereichs, insbesondere des aus den Niederlanden kommenden Pflegesystems „Buurtzorg“, zuständig.
Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann informierte nicht nur zum Thema Gesundheitsversorgung sondern gab auch einen kurzen Überblick über aktuelle Themen der Gemeindepolitik.
Norbert Hartmann machte die Problematik der hausärztlichen Versorgung allgemein an einigen Fakten deutlich
-    Ca 10% von 2000 jährlich ausgebildeten Ärzten werden in NRW Hausarzt, also ca. 200         jährlich hören aber ca. 450 Hausärzte auf!
-     Die Ausbildungszahl für Ärzte ist immer gleich geblieben, der Bedarf hat sich aber deutlich     erhöht, u.a. weil wir alle immer älter werden und mehr medizinische Hilfe in Anspruch         nehmen.
-     Die Budgetierung und eine übermäßige Bürokratie sind häufig für ein arbeiten nach rein         medizinischen Erfordernissen hinderlich

Genau da schloss sich auch Udo Janning in seinem Referat zur Pflege an, wörtlich „ alle Leistungen sind katalogisiert, sonst geht gar nichts“!
Das ist der ideale Übergang zum in Deutschland noch als Pilotprojekt geltenden System
„Buurtzorg“, zu deutsch „Nachbarschaftshilfe“. Nach dem Motto „ Menschlichkeit vor Bürokratie“ 
stehen hierbei Aspekte wie ganzheitliche Betrachtung, Erhaltung der Selbständigkeit und soziale Kontakte im Mittelpunkt.
Kleine, selbst organisierte Teams kümmern sich um ihre Patienten in der näheren Umgebung. Das funktioniert inzwischen bereits in 22 Ländern weltweit.
Sehr wichtig ist hierbei auch die Vernetzung der verschiedenen Hilfen bestehend aus Hausärzten, Fachärzten, Apotheken, Pflege, Physiotherapeuten etc., sprich alles was in der Gemeinde in der Gesundheitsversorgung aktiv ist. Die Abrechnung mit den Krankenkassen erfolgt im Rahmen dieses Pilotprojektes nicht nach Leistungen, sondern auf Stundenbasis, so dass die Pflegekräfte selbst entscheiden können, welche Leistung während des Besuches gerade wichtig ist.
Bürgermeisterin Christina Rählmann erläuterte hierzu, dass sich in Mettingen seit 3 Jahren ein Arbeitskreis, bestehend aus (Fach-)Ärzten sowie je einem Vertreter der Matthias-Stiftung und der Apotheken generell mit dem Thema Verbesserung und Vernetzung des Gesundheitswesens beschäftigt. Die Zusammenarbeit der Mettinger Ärzte sei sehr gut. Das bestätigte auch Laura Lohbrunner mit der Aussage, dass Mettingen sogar eine „ Mischfamulatur“
bei Hausärzten, Fachärzten und Apotheken anbiete und bei den Medizinstudenten einen guten Ruf habe. Auch wenn Mettingen nach Aussage von Norbert Hartmann zur Zeit noch gut da steht mit Allgemeinmedizinern und vielen Fachärzten ist es doch wichtig gute Bedingungen für die Zukunft zu schaffen, z.B. auch weiche Faktoren zu erhalten und optimieren, wie Wohnraum, Kinderbetreuung, Breitband, Kultur und Freizeit.
Hierzu erklärte Bürgermeisterin Christina Rählmann abschließend, das gerade hier Mettingen mit Lebensqualität punkten könne und mit der gerade beschlossenen „ Marke Mettingen“ das nun auch entsprechend präsentieren möchte.